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70 Jahre Arbeit und Leben

Gemeinsam für morgen

Wie kann politische Bildung dazu beitragen, eine lebenswerte Zukunft für Menschen aller Generationen und gesellschaftlichen Gruppen zu gestalten? Diese Frage prägte die Festveranstaltung zum 70-jährigen Bestehen des Bundesarbeitskreises Arbeit und Leben am 15. Oktober 2026 im DGB-Haus (Hans-Böckler-Haus) in Berlin. Unter dem Motto „Gemeinsam für morgen“ richtete das Jubiläum den Blick bewusst nach vorn: auf Generationengerechtigkeit, demokratische Teilhabe und die Rolle politischer Bildung in einer sich wandelnden Gesellschaft.

Rund 150 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Gewerkschaften, Volkshochschulen und den Landesorganisationen kamen im Hans-Böckler-Haus zusammen, um das Jubiläum zu feiern und über die Zukunft politischer Bildung ins Gespräch zu kommen.

Zum Auftakt begrüßte Moderatorin Annette Kuhn Elke Hannack, Präsidentin des Bundesarbeitskreises Arbeit und Leben und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), sowie Heike Richter, Beisitzerin im Vorstand des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) und Leiterin der vhs Leipzig. Im Gespräch mit den beiden Trägern ging es um die Verbindung von Gewerkschaften und Volkshochschulen, die 1956 zur Gründung des Bundesarbeitskreises führte. Beide verbindet bis heute das Ziel, Menschen durch Bildung zu stärken, demokratische Teilhabe zu ermöglichen und die Interessen von Beschäftigten sichtbar zu machen.

Ein Grußwort aus dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) überbrachte Dr. Sven-Olaf Obst, Abteilungsleiter für Generationengerechtigkeit, Jugend und ältere Menschen. Er vertrat Bundesministerin Karin Prien, die ihre Teilnahme kurzfristig absagen musste.

Generationengerechtigkeit gemeinsam weiterdenken

Unter dem Titel „Gemeinsam für morgen: Generationengerechtigkeit weiterdenken“ diskutierten auf dem anschließenden Podium Prof. Dr. Anja Besand, Professorin für Didaktik der politischen Bildung an der Technischen Universität Dresden, Dr. Volker Ullrich, Vizepräsident der Bundeszentrale für politische Bildung, und Dr. Sven-Olaf Obst über die Zukunft politischer Bildung.

Die Diskussion drehte sich zunächst um die Frage, wie politische Bildung Menschen unterschiedlicher Generationen und gesellschaftlicher Gruppen erreichen und ihnen echte Möglichkeiten zur demokratischen Mitgestaltung eröffnen kann. Vor dem Hintergrund der jüngsten Landtagswahlergebnisse thematisierte das Podium auch zunehmende Angriffe auf Einrichtungen und Akteure der politischen Bildung und diskutierte was notwendig ist, um langfristig die Handlungsfähigkeit politischer Bildungsarbeit zu sichern.

Ein persönlicher Abschied nach 15 Jahren

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde die langjährige Bundesgeschäftsführerin Barbara Menke verabschiedet. Eine Videobotschaft von Thomas Krüger, dem ehemaligen Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, sowie persönliche Ansprachen von Elke Hannack und Gundula Frieling, der ehemaligen stellvertretenden Verbandsdirektorin des DVV, würdigten ihr langjähriges Wirken.

Die Beiträge erinnerten an Barbara Menkes fachliche Expertise, ihre verbindende und ausgleichende Art und ihr Engagement für die Zusammenarbeit im Verbund. Sie machten deutlich, wie nachhaltig sie die Entwicklung von Arbeit und Leben geprägt hat. Für einen musikalischen Höhepunkt sorgten Martina Barta (Gesang) und Kristina Barta (Piano) mit Jazz-Interpretationen von David Bowies „Under Pressure“ und Aretha Franklins „Respect“.

Beim anschließenden Empfang klang der Abend mit persönlichen Gesprächen und Erinnerungen an sieben Jahrzehnte Arbeit und Leben aus.

Das Jubiläum verband den Rückblick auf eine bewegte Geschichte mit dem Blick auf zukünftige Herausforderungen. Unter dem Motto „Gemeinsam für morgen“ setzt sich der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben weiterhin dafür ein, politische Bildung, soziale Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe zu stärken und Menschen zu befähigen, ihre Arbeits- und Lebenswelt aktiv mitzugestalten.