Bitte beachten Sie, dass diese Bildungsurlaubsangebote nicht vom Bundesarbeitskreis, sondern von den Landesorganisationen von ARBEIT UND LEBEN veranstaltet werden. Nähere Informationen zu den Inhalten und organisatorischen Fragen geben Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort vor Ort sehr gerne.

Zur Anmeldung oder bei Rückfragen wenden Sie sich bei Interesse DIREKT an die regionalen Anbieter, nämlich an die jeweiligen Landesorganisationen.

Thessaloniki -Erinnerungen an die deutsche Besatzung Griechenlands

Veranstaltung

Titel:
Thessaloniki -Erinnerungen an die deutsche Besatzung Griechenlands
Wann:
Montag, 30. September 2019, 09:00 Uhr - Freitag, 4. Oktober 2019, 17:00 Uhr
Landesorganisation:
ARBEIT UND LEBEN Nordrhein-Westfalen (Kontaktinformationen der Landesorganisation zeigen ...)
Teilnahmebeitrag:
Parkhotel, 81 Ionos Dragoumi Str. 54630, Thessaloniki, Greece
Ort:
Im Doppelzimmer 570,00 Euro (Einzelzimmer 630,00:), inklusive Halbpension, alle Führungen, Eintritte

Beschreibung

Im April 1941 fiel die Wehrmacht in Griechenland ein und es begann die brutale Zeit der nationalsozialistischen Besatzung, die bis zum Oktober 1944 fortbestehen sollte. Ca. 300.000 Menschen fielen dem Besatzungsregime der Nationalsozialisten zum Opfer, 90 % der in Griechenland lebenden Jüd_innen wurden in die Vernichtungslager deportiert. Die Aufarbeitung der Vergangenheit und die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Besatzung Griechenlands hat im Gegensatz zu zu anderen europäischen Ländern erst sehr spät begonnen. Die Anerkennung der kommunistischen Widerstandskämpfer und die Erinnerung an die Opfer war im Nachkriegsgriechenland durch eine Verschärfung des antikommunistischen Klimas nahezu undenkbar, als kommunistisch bezeichnete Widerstandsgruppen und einzelne Personen wurden kriminalisiert und vertrieben.

Erst nach dem Ende der Militärdiktatur zu Beginn der 70er Jahre begann eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Zeit der deutschen Besatzung. Aspekte der Geschichte, die mit einer griechischen Identität in Konflikt treten können, wie beispielsweise Fragen der Kollaboration mit den Nazis und die Deportation der griechischen Jüd_innen, sind dabei bis heute umstritten.

In der Stadt Thessaloniki, früher "Jerusalem des Balkans" genannt, mit ihrer jahrhundertelangen jüdischen Geschichte, können die Konflikte in der griechischen Erinnerungskultur im städtischen Raum erfahren und verdeutlicht werden. Seit dem 100. Geburtstag der Stadt unter griechischer Herrschaft 2012 erhielt die Auseinandersetzung mit der Geschichte der deutschen Okkupation und des Holocaust mehr Aufmerksamkeit. Anhand des Besuches verschiedener Gedenkorte soll die Bildungsreise einen Einstieg in die griechische Erinnerungskultur ermöglichen.

Programmpunkte:

  • Stadtrundgang und Vortrag zur jüdischen Geschichte der Stadt und zum Holocaust an den jüdischen Bewohner_innen Thessalonikis mit der Historikerin Rena Molho
  • Besuch der Kleinstadt Chortiatis und des Mahnmals zur Erinnerung an das Massaker der Wehrmacht an der Zivilbevölkerung des Dorfes.
  • Treffen mit der erinnerungspolitischen Initiative vor Ort.