Bitte beachten Sie, dass diese Bildungsurlaubsangebote nicht vom Bundesarbeitskreis, sondern von den Landesorganisationen von ARBEIT UND LEBEN veranstaltet werden. Nähere Informationen zu den Inhalten und organisatorischen Fragen geben Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort vor Ort sehr gerne.

Zur Anmeldung oder bei Rückfragen wenden Sie sich bei Interesse DIREKT an die regionalen Anbieter, nämlich an die jeweiligen Landesorganisationen.

Töten im Namen der Medizin: Wenn aus Helfenden Mörder*innen werden - "Euthanasie" im Dritten Reich

Veranstaltung

Titel:
Töten im Namen der Medizin: Wenn aus Helfenden Mörder*innen werden - "Euthanasie" im Dritten Reich
Wann:
Montag, 19. August 2019, 09:00 Uhr - Freitag, 23. August 2019, 17:00 Uhr
Landesorganisation:
ARBEIT UND LEBEN Berlin (Kontaktinformationen der Landesorganisation zeigen ...)
Seminarnummer:
19-56034
Teilnahmebeitrag:
140,- Euro, ermäßigt 70,- Euro (Teilverpflegung)
Ort:
ARBEIT UND LEBEN, Kapweg 4, 13405 Berlin, Nähe U-Bahnhof Kurt-Schuhmacher-Platz
Seminarleitung:
Claudia Mielke, Sabine Münstermann

Beschreibung

Im nationalsozialistischen Deutschland wurde das Gesundheitswesen zu einer wesentlichen Säule der menschenverachtenden Politik.

Die "Selbst - Funktionalisierung" des medizinischen Personals für die

"Vernichtung unnützer Esser" - gemeint waren zunächst damit behinderte und psychisch kranke Menschen - im Rahmen des sog. "Euthanasieprogramms" orientierte sich dabei an

der Vorstellung vom "Dienst am Volk". Im weiteren Verlauf dieses Geschehens bezog man auch politisch und rassisch Verfolgte aus Konzentrationslagern mit ein. So wurden aus Pflegenden mitunter Tötende.

Das Seminar versucht, insbesondere beim nichtärztlichen Personal, die Ursachen und Folgen dieser Veränderung im Selbstverständnis aufzuzeigen.

Wie konnte es zu dieser weitreichenden, oft auch freiwilligen, Unterstützung kommen? Welche Traditionen im Beruf wirkten hier mit? Wie sahen die Handlungsspielräume aus? Gab es abweichendes Verhalten und welche Konsequenzen hatte dies für die Pflegekräfte?

Die Dimensionen der Umsetzung der NS - Gesundheitspolitik sollen am Beispiel einiger ausgewählter Orte sichtbar gemacht werden.

Vorgesehen sind Exkursionen zur Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, zur ehemaligen Landesklinik Brandenburg-Görden, zur T4-"Euthanasie"-Gedenkstätte Brandenburg an der Havel, sowie zum ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück.

Zusätzlich werden wir auch das jüdische Krankenhaus besuchen, denn: Wie konnte es als letzte jüdische Institution, mit über 500 sich in Kellern versteckenden Jüdinnen und Juden, den Nationalsozialismus überleben?

Während dieser Exkursionen werden auch immer wieder aktuelle Bezüge zur Thematik hergestellt, als da wären: Bioethische Fragen, Sterbehilfedebatte, Inklusion/Exklusion....

Das Seminar richtet sich sowohl an Angehörige aus pflegerischen Berufen, als auch an alle Interessierten, die sich mit der Medizin als einen zentralen Aspekt der NS-Politik in seiner konkreten Umsetzung beschäftigen wollen.