Kunst und Politik - von der Ästhetisierung des Politischen und der Radikalisierung des Ästhetischen

Veranstaltung

Titel:
Kunst und Politik - von der Ästhetisierung des Politischen und der Radikalisierung des Ästhetischen
Wann:
Montag, 30. Juli 2018, 09:00 Uhr - Freitag, 3. August 2018, 17:00 Uhr
Landesorganisation:
ARBEIT UND LEBEN Berlin
Seminarnummer:
18-56031
Teilnahmebeitrag:
Teilnahmebeitrag: 130,- Euro, ermäßigt 65,- Euro (Teilverpflegung)
Ort:
Ort:
Seminarleitung:
Seminarleitung: Martina Kluge, Maria Seidel

Beschreibung

Wenn vor dem Bundestag mehr als hundert Gräber für die im Mittelmeer ertrunkenen Geflüchteten ausgehoben werden, rücken Politik und Kunst eng zusammen.

Seit jeher reagieren Künstler*innen auf das aktuelle Weltgeschehen. Eingebettet im jeweiligen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Kontext funktioniert die Kunst sowohl als Instrument für Herrschaft und Machtentfaltung als auch als Medium der Politikkritik und des Widerstandes. Längst hat sie den Käfig des Selbstzwecks verlassen. 'Die Kunst soll reizen, anklagen und wehtun.', so Philipp Ruch vom Zentrum für politische Schönheit.

Und weil die Empörungsschwelle immer weiter ansteigt - man hat schließlich schon alles gesehen - müssen die Akteur*innen drastischere Bilder erzeugen. Die Tiger am Gorki-Theater haben diese Schwelle leichtfüßig übersprungen. Echte Tiger, verbunden mit der grausam-absurden Aussage, hier demnächst Flüchtlinge zerfleischen zu lassen, ließen die Performance zu einem real funktionierenden Schrecken werden. Sogar die Polizei hielt sich zum Eingreifen bereit, weil sie davon ausging, dass hier nicht nur geblufft wird.

Kann Kunst wirklich auf politische Prozesse einwirken? Wie viel Einfluss hat die Politik auf die Kunst und wie revolutionär und emanzipatorisch kann die Kunst sein?

Wo verlaufen die Grenzen der Begegnung von Kunst und Politik? Was sind die Chancen und Herausforderungen ihrer Verbindung?

Wir wollen uns dem Verhältnis von Kunst und Politik nicht über Definitionen annähern, sondern über konkrete Beispiele: Wir werden die Sammlung des Bundestages besuchen, das Brücke Museum besichtigen und die Kunst im Kunsthaus Dahlem betrachten. Zu Fragen der Nachkriegsmoderne untersuchen wir Installationen im Hamburger Bahnhof und sprechen mit politisch motivierten Künstler*innen und Aktivist*innen der Stadt. Exkursionen zu politisch-künstlerischen Orten stehen genauso auf dem Programm wie die Diskussionen zu den einzelnen Themen und Filmen. Ergänzt wird das Seminar mit Vorträgen kompetenter Vertreter*innen der Kunstgeschichte und Politik.


Für die Seminar wird Ihnen der Bescheid über die Anerkennung als Bildungsurlaub circa sechs Wochen vor Seminarbeginn zugeschickt. Soweit nicht anders angegeben, finden die Seminare bei ARBEIT UND LEBEN, Kapweg 4, 13405 Berlin, Nähe U-Bahnhof Kurt-Schuhmacher-Platz, statt. Bei einigen Seminaren können Fahrtkosten für den ÖPNV und/oder Eintrittspreise für ausgewählte Seminarpunkte hinzukommen. Die meisten Seminare sind sehr laufintensiv und nicht barrierefrei.