Der Bundesarbeitskreis führt selbst keine Bildungsurlaube durch und kann auch keine näheren Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen geben. Bitte wenden Sie sich bei Interesse DIREKT an die regionalen Anbieter, nämlich an die jeweiligen Landesorganisationen.

Neu: Vom Aufbruch in die Wende: Opposition und Subkultur in den letzten Jahren der DDR. Das Beispiel Ostberlin

Veranstaltung

Titel:
Neu: Vom Aufbruch in die Wende: Opposition und Subkultur in den letzten Jahren der DDR. Das Beispiel Ostberlin
Wann:
Montag, 11. Juni 2018, 09:00 Uhr - Freitag, 15. Juni 2018, 17:00 Uhr
Landesorganisation:
ARBEIT UND LEBEN Berlin
Seminarnummer:
18-56021
Teilnahmebeitrag:
Teilnahmebeitrag: 130,- Euro, ermäßigt 65,- Euro (Teilverpflegung)
Ort:
Ort:
Seminarleitung:
Seminarleitung: Christiane Mende, Lisa Wildenhain

Beschreibung

Das Jahr '1989' war unumstritten eine Zäsur in der Geschichte der DDR. Der demokratische Aufbruch besiegelte sogleich den Niedergang eines diktatorischen Staates. Über die konkrete Jahreszahl hinaus ist '1989' indes als eine Chiffre für weiter zurückreichende gesellschaftliche Veränderungs- und Umbruchprozesse zu verstehen. Eine solche Kontextualisierung des Jahres '1989' in die längerfristigen Entwicklungslinien der DDR soll im angebotenen Bildungsurlaub (BU) vorgenommen werden. Wir wollen uns hierfür auf die Spuren von Opposition und Subkultur in der DDR begeben, wie sie in Ostberlin besonders gut aufzuspüren sind.

Im Zentrum des Seminars stehen die Entstehungs- und Existenzbedingungen von Opposition und Subkultur sowie deren soziale Gruppen. Fragen, denen im Seminar nachgegangen werden sollen sind unter anderem: Welche Ereignisse und Entwicklungen brachten DDR-Bürger*innen gegen das SED-Regime auf? In welchen Formen und an welchen Orten wurde bzw. konnte gegen soziale, wirtschaftliche oder politische Missstände in der DDR protestiert werden? Welche Unterschiede bestanden hierbei zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Praxisfeldern (Betrieb, Schule/Universität, Partei/Massenorganisationen etc.) bzw. zwischen Stadt und Land? Welche Verbindungen gab es zwischen den vielfältigen und sich insbesondere in den 1980er Jahren formierenden oppositionellen bzw. subkulturellen Gruppen? Auf welche historischen Ereignisse oder Persönlichkeiten bezogen sie sich dabei? Wie ging der Staat bzw. speziell das Ministerium für Staatssicherheit gegen Opposition und Subkultur vor und wie veränderte sich diese wiederum durch die Erfahrungen von staatlicher Repression? Schließlich: Inwiefern fordert der Blick auf die Existenz oppositioneller und subkultureller Gruppen unser heutiges Bild von der DDR-Gesellschaft heraus?

Insgesamt lädt das Seminar dazu ein, die letzten Jahre der DDR nicht allein von ihrem Ende aus zu deuten, sondern vielmehr konsequent 'von unten' zu betrachten. Aus dieser Perspektive gerät zum einen eine Zivilgesellschaft in den Blick, die von künstlerischer und politischer Vielfalt geprägt war und der es - trotz der widrigen Bedingungen - gelang, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Zum anderen ist der Frage nachzugehen, inwiefern diese Geschichte für unsere Gegenwart von Relevanz ist und was wir von der DDR-Opposition hinsichtlich ihres Engagements für Mitbestimmung und demokratischer Teilhabe lernen können.


Für die Seminar wird Ihnen der Bescheid über die Anerkennung als Bildungsurlaub circa sechs Wochen vor Seminarbeginn zugeschickt. Soweit nicht anders angegeben, finden die Seminare bei ARBEIT UND LEBEN, Kapweg 4, 13405 Berlin, Nähe U-Bahnhof Kurt-Schuhmacher-Platz, statt. Bei einigen Seminaren können Fahrtkosten für den ÖPNV und/oder Eintrittspreise für ausgewählte Seminarpunkte hinzukommen. Die meisten Seminare sind sehr laufintensiv und nicht barrierefrei.